Wenn in Dänemark ein Kind geboren wird, feiern viele Familien dies mit einer Taufe oder einem Namensfest. Es ist ein Tag voller Freude, Familie und alter Bräuche. Hier finden Sie eine Übersicht über die gängigsten Tauftraditionen und erfahren, was Sie wissen müssen – egal, ob Sie Eltern oder Gäste sind.
Die Zeremonie in der Kirche
In Dänemark wird etwa die Hälfte der Kinder während eines klassischen Sonntagsgottesdienstes in der dänischen Volkskirche (Folkekirken) getauft. Hier erhält das Kind offiziell seinen Namen. Eine Taufe kann jedoch auch an einem Samstag stattfinden, an dem der Gottesdienst ausschließlich der Taufe gewidmet ist.
Eine der wichtigsten Traditionen ist das lange, weiße Taufkleid, das das Kind trägt. Oft wird das Kleid über viele Generationen in der Familie weitervererbt und symbolisiert eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Zukunft.
Am Taufbecken versammeln sich nur die Eltern, die Taufpaten und die Zeugen. Der Pfarrer gießt dreimal behutsam Wasser über den Kopf des Kindes und zeichnet ein Kreuz auf Gesicht und Brust. Während dieses Rituals antwortet eine der oben genannten Personen stellvertretend für das Kind auf die Fragen zum Namen des Kindes und zum christlichen Glauben. Nach der Taufe erhalten die Eltern oft eine Taufkerze oder eine Kinderbibel als Erinnerung, während die Gemeinde das neue Mitglied mit einem Kirchenlied willkommen heißt.
Wer sind Taufzeugen und Taufpaten?
Als Eltern wählt man oft zwischen zwei und fünf Taufzeugen. Einer von ihnen ist die Patentante oder der Patenonkel, was traditionell bedeutet, dass diese Person das Kind zur Taufe trägt. Die Zeugen fungieren als offizielle Zeugen der Taufe und sind oft enge Freunde oder Familienmitglieder, die einen besonderen Platz im Leben des Kindes einnehmen werden.
Was wird von Ihnen als Gast erwartet?
Wenn Sie zu einer Taufe eingeladen sind, folgt nach der Kirche meistens ein Mittagessen oder ein Empfang. Hier gehört es zum guten Ton, dem Kind ein Geschenk mitzubringen. Zu den klassischen Geschenken gehören Kinderbücher, Silberbesteck oder persönlicher Schmuck. Die Kleidung ist in der Regel elegant und festlich, aber selten so formell wie bei einer Hochzeit. Es ist eine gute Geste, rechtzeitig in der Kirche zu erscheinen und die Ruhe während des Rituals zu respektieren.